Arbeitsgruppe Populäre Geschichts- und Wissenskulturen
In einer Zeit der zunehmenden Vernetzung von Wissen, der scheinbar unbegrenzten Speicherung von Informationen und der dadurch neu strukturierten Art der Kommunikation rückt das Thema Wissenskulturen immer stärker in das Interesse von Öffentlichkeit und kulturwissenschaftlicher Forschung. Hier stellt sich die Frage, wie Wissen hergestellt und rezipiert wird, insbesondere auch im Hinblick auf populärkulturelle, gesellschaftsübergreifende Vermittlung. Weg vom so genannten top-down Modell, führt die wachsende Vielfalt der Medien zunehmend zu einer Vermischung der Kategorien von Produzent und Rezipient. Wissen entsteht somit in einem Prozess des Austauschs an mehreren Orten und ist insofern dynamisch und flexibel.
Die Arbeitsgruppe widmet sich der Analyse des sich verändernden Status von Wissen in Gesellschaften. Zentral ist dabei die Differenzierung der verschiedenen involvierten Instanzen und Akteure sowie deren Interaktion. Da wir die modernen Wissenskulturen der Gegenwart wie auch den 19. Jahrhunderts als mediale Phänomene verstehen, bildet die Konzeptualisierung von Wissen durch Medien, besonders im Hinblick auf Populär- und Massenkultur, einen der Schwerpunkte unserer Treffen. Besonderes Augenmerk legen wir hierbei auf medial vermittelte Geschichtskulturen. Geschichtskultur, nach Jörn Rüsen die Anstrengung einer Gesellschaft „sich über kollektive Erinnerungen ein tragfähiges Selbstverständnis zu sichern, sich ihre historische Identität zu wahren“ (Rüsen 1989), oder weniger abstrakt nach Klaus Füßmann, die „Hervorbringung, Verteilung und Aufnahme historischen Wissens in einer Gesellschaft“ (Füßmann 1994), ist ein wichtiger Teil von Wissenskulturen, der kollektive Identitäten strukturiert, Orientierungsmöglichkeiten in der Gegenwart liefert und Hinweise auf Mentalitäten wie gesellschaftliche Verhältnisse gibt. An der Gruppe sind DoktorandInnen und Post-Docs aus verschiedenen Disziplinen – den Geschichtswissenschaften, der Slavistik, der Skandinavistik, der Archäologie, den anglistisch-amerikanistischen Kulturwissenschaften, der Medienpädagogik, den historischen Hilfswissenschaften und der Ethnologie – beteiligt. Sie besteht u.a. aus der Nachwuchsgruppe der DFG-Forschergruppe 875 'Historische Lebenswelten in populären Wissenskulturen der Gegenwart'. |
Mitglieder der Arbeitsgruppe
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Melanie Fritscher | Aibe-Marlene Gerdes | ||
Simon Maria Hassemer | Doris Lechner | ||
Evamaria Müller | Konstantin Rapp | ||
Nina Reusch | Franziska Schaudeck | ||
Miriam Sénécheau | Anabelle Thurn | ||
Kristina Wacker | Ulrike Zimmermann | ||

